Wie kam der Ball ins Tor. Ein Schiedsrichter mit überaus seltsamen Entscheidungen

Im Jahr 1985 kam es zu einem denkwürdigen Fußballspiel des SVO beim Lahrer FV. Der damalige Schiedsrichter hatte erstmals den Beweis von schwarzen Löchern oder der der Existenz von höheren Mächten angetreten und damit für einige Verwirrung gesorgt. Der nachfolgende Bericht vom 31.12.1985 verdeutlich die Problematik.

Die Verantwortlichen des SVO hätte damals ohne Zweifel für die Einführung des Videoschiedsrichters votiert, also schon lange vor den ebenso seltsamen Schiedsrichterentscheidungen zu angeblichen Torerfolgen der ehemaligen Bundesligaspieler Helmer und Kießling. Im besagten Fall handelte es sich um ein “echtes” Tor, welches aber laut Schiedsrichter durch ein schwarzes Loch oder durch Einsatz von nicht erlaubten Hilfsmitteln erzielt wurde. Seine Schlussfolgerung musste also lauten, dass ein Tor kein Tor sein kann, was er mit eigenen Augen mutmaßlich nicht gesehen hat. Andererseits fördern die Tatsachenentscheidungen von Schiedsrichtern viele Emotionen und bringen den einen oder anderen Spieler und Zuschauer so richtig in Wallung. Das gehört zum Fußball dazu, nur sollten Bluthochdruck und Wutausbrüche noch im verträglichen Bereich bleiben. Wie die Historie belegt, ist diese Empfehlung lange vor diesem Ereignis auch einem Pfarrer, Seelsorger und glühendem SVO Fan wahrlich nicht immer gelungen.

Nun aber zurück zum Thema pro und contra Videoschiedsrichter. Die damaligen technischen Hilfsmittel am Sportplatz bestanden bestenfalls aus einem Fotoapparat mit einem aufgesetzten Blitzwürfel oder Videokameras von enormer Größe, die nur von muskelstrotzenden Kraftpaketen gehalten werden konnten. Kein Wunder, dass weder die Vereine noch der Verband Interesse am Videoschiedsrichter angemeldet hatten. Fußball war damals einfach und ca. 75 % aller Aktiven haben dazu noch geraucht. Die Spielvorbereitung und Taktikvorgaben haben die Trainer mit Hilfe von Kreidetafeln an ihre Spieler vermittelt und statt Viererkette, Doppelsechs, Pressing, gegen den Ball arbeiten oder Doppelsechs gab es noch eine Ausputzer (Libero), einen Vorstopper, rechte und linke Läufer und einen Spielmacher mit vielen Wasserträgern, damit dessen geringeres Laufpensum nicht so auffiel. Heute strafbar, damals aber noch erlaubt – der unbedenkliche Rückpass zum Torwart. Dieser konnte dann den Ball in alle Ruhe wieder in die Hände nehmen und das Spiel ganz langsam machen. Heute wirkt es so, dass damalige Spiele im Fernsehen größtenteils in Zeitlupe aufgezeichnet wurden.