Sensation! Oberwolfach wirft OFV aus dem Pokal

Dem SV Oberwolfach ist in der zweiten Runde des SBFV-Rothaus-Pokals die große Überraschung gelungen. Die Elf von Trainer Jogi Kehl warf in einem nervenaufreibenden Krimi den Verbandsligisten Offenburger FV in dessen eigenem „Wohnzimmer“ aus dem Wettbewerb. Dem SVO als klassentieferem Verein reichte ein heldenhaft erkämpftes 3:3-Unentschieden nach Verlängerung zum Weiterkommen. Freddy Burger überragte bei den Gästen mit zwei Toren und einer Vorlage.

Da der niederklassiger spielende Club im Südbadischen Vereinspokal nicht automatisch Heimrecht hat, musste der SVO am Dienstagabend beim großen Traditionsverein in Offenburg antreten. Im Karl-Heitz-Stadion, wo in der Vergangenheit schon so mancher Pokalfight ausgetragen wurde, versteckte sich der Landesliga-Aufsteiger aus dem Wolftal nicht vor dem großen Favoriten. Dennoch nahm zu Beginn alles den erwarteten Lauf. Nachdem OFV-Kapitän Marco Petereit kurz zuvor nach einer Unsicherheit von Keeper Tobias Armbruster knapp vorbeischoss, machte er es in Minute elf besser und traf im zweiten Versuch zur 1:0-Führung der Hausherren ins lange Eck. Doch Oberwolfach ließ den Kopf nicht hängen und kam in der 18. Minute zum Ausgleich. Nach einem Foul an Jonas Wolf schlenzte Freddy Burger den fälligen Freistoß gefühlvoll zum 1:1 unter der Latte. Zehn Minuten später drehten die Schwarz-Weißen die Partie sogar komplett. Freddy Burger setzte sich stark gegen zwei Bewacher durch, legte quer und der mit aufgerückte Linksverteidiger Jesco Armbruster versenkte das Leder zum 2:1 für den SVO in den Maschen. Dann hatten die Hausherren zwei gute Ausgleichschancen, doch einmal verzog der gefährliche Marco Petereit haarscharf, dann blieb Gästetorwart Tobias Armbruster Sieger gegen Diogo Carolina. In der 40. Minute hätte der Außenseiter die Führung beinahe ausgebaut, doch nach Flanke von Tobias Sum scheiterte Freddy Burger an der Latte. Kurz vor der Pause drängte der OFV auf das 2:2, doch Armbruster parierte sowohl zweimal gegen Carolina, als auch den Distanzschuss von Jonas Preußler.

Nach dem Seitenwechsel schaffte es Oberwolfach lange Zeit sehr gut, die unter ihren Möglichkeiten spielende Elf von Trainer Florian Kneuker vom Tor fernzuhalten. Die Wolftäler hatten bei ihren Kontern sogar die besseren Chancen. In der 67. Minute war Freddy Burger plötzlich frei durch, OFV-Schlussmann Jona Leptig blieb aber Sieger. Drei Minuten später schlug Burger aber erneut zu. Einen tollen Pass von Jonas Wolf verarbeitete der Torjäger gekonnt und traf unter dem Jubel der zahlreich mitgereisten SVO-Fans mit einem strammen Flachsschuss zum 1:3. Die Sensation lag in der Luft, zumal Freddy Burger nach Flanke von Tobias Sum in der 75. Minute beinahe das 4:1 erzielt hätte. Doch Offenburgs Keeper Leptig hielt seine Farben im Spiel. Erst in den letzten zehn Minuten baute der OFV richtig Druck auf. Ein Petereit-Schuss aus spitzem Winkel tänzelte in der 81. Minute auf der Torlinie entlang – Glück für den Gast. In der 85. Minute gelang dem eingewechselten Lukas Martin nach Flanke von Fabian Feißt der 2:3-Anschlusstreffer für die Heimelf. Die Offenburger drängten nun vehement auf den Ausgleich und dieser gelang tatsächlich noch. In der letzten Minute der Nachspielzeit bekam der SVO den Ball ausnahmsweise mal nicht aus der Gefahrenzone, Stefano Anzaldi legte für Simon Leopold auf und dieser erzielte zum Entsetzen der Gäste und deren Fans mit dem Schlusspfiff doch noch das 3:3.

Vor 434 Zuschauern, gut zwei Drittel davon aus Oberwolfach, ging es also in die Verlängerung. Doch wer nun dachte, dem Landesligisten ginge nach diesem späten Nackenschlag die Puste aus, der sah sich getäuscht. Die Mannen von Coach Jogi Kehl stemmten sich auch weiterhin mit leidenschaftlichem Kampf und immensem läuferischen Aufwand gegen den großen Favoriten. Zwar fand offensiv kaum noch Entlastung statt, aber hinten ließ man in der gesamten Verlängerung nur zwei nennenswerte Chancen des OFV zu. In der 94. Minute wehrte Keeper Armbruster per Fuß gegen Fabio Kinast ab und in der 110. Minute scheiterte Marco Petereit am Außennetz. Zwei späte Treffer der Offenburger fanden wegen abseits zu Recht keine Anerkennung. Als der gute Schiedsrichter Stefan Langeneckert die Begegnung nach etwas mehr als 120 Minuten abpfiff, kannte die Freude über das im Vorfeld kaum für möglich gehaltene Weiterkommen, das aufgrund des großen Aufwands aber sicher nicht unverdient war, keine Grenzen mehr. Spieler, Verantwortliche und Fans des SV Oberwolfach lagen sich noch lange nach dem Spiel freudetrunken in den Armen.


Foto: Freddy Burger machte beim OFV ein starkes Spiel für Oberwolfach.